Klarstellung zur Berichterstattung des GA-Bonn
16.7.2010

Liebe Internet-User,

leider ist unsere Agentur zwischen politische Mühlsteine geraten. Zum GA-Bericht vom 13.7.2010 und seinen Motiven, der sich auch mit uns befasst, gäbe es viel zu sagen. Doch wir wollen uns nicht an allgemeinen Verdächtigungen und Gerüchten rund um den WCCB-Skandal beteiligen und uns auf Fakten beschränken.

Wir selbst wünschen uns eine baldige sachliche Aufklärung, um nicht weiter diffusen Verdächtigungen nahezu schutzlos ausgeliefert zu sein. In einem gesonderten Schreiben werden wir die Stadt Bonn und das Rechnungsprüfungsamt der Stadt um die gebotenen Klarstellungen bitten.

Der durch den General-Anzeiger erweckte Eindruck, die Agentur habe Rechnungen doppelt gestellt oder die im RPA-Bericht hinterfragten „anteiligen Personalkosten“ in Rechnung gestellt, trifft nachweislich nicht zu. Jeder seriösen Grundlage entbehrt auch die Anspielung des GA, die Agentur habe den WCCB-Auftrag eventuell aufgrund der Nähe zu führenden Repräsentanten der SPD bekommen.

Erst seit dem 13.7.2010 ist uns der Bericht des Rechnungsprüfungsamtes (RPA) durch die GA-Veröffentlichung im Internet überhaupt zugänglich. Deshalb war es uns nur möglich, Fragen des GA per Mail am Tag davor (am späteren Nachmittag vor Drucklegung), die sich auf den RPA-Bericht bezogen, in allgemeiner Form zu beantworten.

Heute wissen wir: Unser Agenturname ist im 475-seitigen RPA-Bericht nur an wenigen Stellen genannt. Dies ist nicht verwunderlich, weil wir mehr als zwei Jahre dem WCCB im Bereich Werbung/ Kommunikation zugearbeitet haben. In dem RPA-Bericht selbst gibt es keine Vorwürfe an uns.

Erstens ist festzuhalten:

Kreativ Konzept hat niemals Rechnungen doppelt gestellt. Die vom RPA in diesem Sinne beanstandeten und vom GA erwähnten Rechnungen im Punkte „Flughafenbanner“ stehen in keinem Zusammenhang mit unserer Buchhaltung/Abrechnung.
Es handelt es sich bei den Rechnungen von Kreativ Konzept um weiterberechnete Kosten für die Miete der WCCB-Flughafen-Werbefläche, die uns vom Flughafen Köln-Bonn ebenfalls monatlich berechnet wurden. Unsere Rechnungen sind chronologisch fortlaufend, mit den jeweils gleichen Beträgen für jeden einzelnen Monat – und damit sehr leicht für jeden nachzuvollziehen. Personalkosten wurden von uns weder beansprucht noch in Rechnung gestellt.

Zweitens ist festzuhalten:

Kreativ Konzept hat keinerlei Personalkosten wie sie im RPA-Bericht aufgelistet und/oder beanstandet/hinterfragt werden erhalten oder berechnet. Die im RPA-Bericht zu mehreren Positionen als „anteilige Personalkosten“ genannten Kosten sind offensichtlich interne Zuordnungen des WCCB für eigenes Personal. Weder mit der Höhe noch mit der Zuordnung hat die Agentur irgendetwas zu tun oder hat davon partizipiert. Eventuelle Agenturrechnungen sind im RPA-Bericht in der Rubrik „Sachkosten mit Beleg“ erfasst. Hierfür spiegeln sich die entsprechenden Rechnungen in unserer Buchhaltung wider.

Drittens ist festzuhalten:

Von vier kritisierten Veranstaltungen/Projekten, zu denen es RPA-Nachfragen (nicht an uns) gibt, ist lediglich eine überhaupt für uns kenntlich: Die „Informationsveranstaltung zum Baufortschritt“ im September (ohne genannte Jahreszahl). Diese ist Kreativ Konzept weder bekannt noch wurde sie von uns betreut. Somit können wir weder hier noch generell etwas zum Verhältnis von Sach- zu Personalkosten oder anderen Zahlen in diesem Zusammenhang bzw. deren Herkunft sagen (siehe vor allem auch zweitens).

Viertens ist festzuhalten:

Im GA heißt es dennoch unter anderem: „Im RPA-Bericht folgen weitere Beispiele für das Auseinanderklaffen von Sach- und Personalkosten bei Agenturevents“. Es gab und gibt keine Agenturevents von Kreativ Konzept im WCCB. „Agenturevents“ lassen sich im RPA-Bericht nicht finden. Es gab einige gemeinsame Veranstaltungen mit dem WCCB wie die Rheinlobby. Bei der „Rheinlobby“ hat die Agentur zum Beispiel immer einen ganz erheblichen Eigenanteil von Sachleistungen, Drittkosten sowie Arbeitsleistung (u.a. Sponsorenakquise, Teilorganisation, Referentenansprache) eingebracht/gesponsert – und kein Geld verdient. Ohne dieses Engagement wären die meisten dieser Veranstaltungen nicht durchführbar gewesen. Entsprechend wurden zum Teil Rechnungen Dritter im Zusammenhang mit der Rheinlobby direkt an uns gestellt und auch direkt von uns bezahlt. „Anteilige Personalkosten“ wurden von uns auch hier nicht abgerechnet. Dies bezieht die Rheinlobby Berlin mit ein, die Gegenstand einer Frage des RPA ist (siehe auch zweitens).

Fünftens ist festzuhalten:

Im GA steht zu lesen: „...denn den üppigen WCCB-Werbeetat verwaltete und betreute die Agentur KK“. Unsere Agentur hat den WCCB-Werbeetat bzw. WCCB-Marketingetat weder verwaltet noch betreut. Dies war und ist grundsätzlich alleinige Aufgabe und Kompetenz des Kunden und/oder der dortigen Marketingabteilung, also der WCCB GmbH. Wir bekamen Projekt- und Einzelaufträge. Wir haben auf Wunsch Ideen entwickelt, Aufgaben gelöst und Angebote dafür unterbreitet – kosten- und inhaltsmässig. Diese Angebote verbunden mit der Aufgabenstellung waren stets die Basis für die Leistungserbringung und deren Abrechnung. Eine jährliche Gesamthöhe und die laufenden Einzeletats der Werbemaßnahmen waren uns weder bekannt noch hatten wir Einfluss darauf. Schon gar nicht konnten, wollten oder sollten wir die Mittel/den Etat „verwalten“ bzw. „betreuen“, weder in Teilen noch komplett.

Sechstens ist festzuhalten:

An mehreren Stellen wird im GA-Bericht mit Mutmaßungen gespielt, Kreativ Konzept habe irgendwo SPD- und andere Aufträge nicht ausreichend getrennt bzw. sie deshalb bekommen. Seit 1999 gestaltete Kreativ Konzept sehr erfolgreich SPD-Wahlkämpfe in Bonn, aber auch anderswo. Diese Funktion war und ist seit langem stadtbekannt, insbesondere in den Parteien und Medien. Dies allein führt schon deshalb zu mehr kritischer Kontrolle und eigener Zurückhaltung. Und damit nicht zu mehr, sondern zu weniger Aufträgen.
Dies haben wir akzeptiert. Dies – und nichts anderes – dokumentieren auch die im GA genannten und vom RPA in anderem Zusammenhang ermittelten Umsatzzahlen unserer Tätigkeit bzw. aller unserer Aufträge für die Stadt Bonn und ihre Töchter: 85.000 Euro Brutto-Umsatz in sechs Jahren (2004-2009). Abzüglich ca. 16.150 Euro Mehrwertsteuer und ca. 30.000 Euro Fremdkosten wie für Druck etc. ergeben ein Agentur-Umsatzvolumen von rund 6.500 Euro pro Jahr. Der GA dazu trotz dieser bekannten Zahlen: „Viele Aufträge unter der Vergabegrenze landeten bei KK“...

Siebtens ist festzuhalten:

Im Rahmen der Zusammenarbeit wurde sowohl als Service für das Haus WCCB als auch für seine künftigen Kongress-Kunden die Einrichtung und personelle Besetzung eines Service-Büros von uns im WCCB eingefordert. Dabei haben wir auf eigenes Risiko bis zu fünf Mitarbeiter abgestellt/ eingestellt und alle Kosten für Einrichtung und Technik etc. getragen.
Richtig ist: Im Gegenzug wurde uns ein Raum ohne Mieterhebung, aber nicht ohne Kosten für uns im WCCB- Verwaltungstrakt zur Verfügung gestellt. Denn: Die wirtschaftlichen Erwartungen, die den hohen Einsatz an Personal und Material betriebswirtschaftlich gerechtfertigt hätten, erfüllten sich zu keiner Zeit. Im Jahr 2009 betrug der Umsatz der Agentur Kreativ Konzept mit dem WCCB unter 5% des Agentur-Gesamtumsatzes.

Achtens ist festzuhalten:

Bezüglich des Logos des WCCB haben wir die CI/CD-Arbeiten vergütet bekommen und die übliche entgeltliche Übertragung des Urheberechts bzw. der Wort-Bild-Marke mehrfach angeboten. Letzteres wurde auf unbestimmte Zeit verschoben, aber die Marke dennoch weiter verwendet. Dies ist ungewöhnlich, aber wurde von uns akzeptiert. Wir haben dem Insolvenzverwalter die Übertragung der Wort-/Bildmarke gegen die 1:1 Erstattung der angefallenen Gebühren, anwaltlichen Eintragungs-, Markenberatungs- bzw. Prüfungs- und Widerspruchskosten angeboten. Ein Entgelt an die Agentur ist nicht zu zahlen.


 
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